Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

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Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

Beitrag  Terrin Radom am Mo Dez 15, 2014 3:34 pm

Im folgenden werde ich einfach mal Melissas Idee 'leihen' und den Charakter Terrin ein wenig mehr Hintergrund, Persönlichkeit und einfach Tiefe geben. In ihrer Charakterstory wurde ja vieles nur angeschnitten und die Einflüsse auf ihren Charakter und ihr allgemeines Playverhalten dadurch noch recht Willkürlich und vom meinen Gedächtnis abhängig und wenn ich eines weiß, dann das ich mich nie darauf verlassen sollte.
Im folgenden wird auch Terrin in ihren, sporadisch geführten, Tagebuch schreiben. Dieses ist der einzige Zeuge des kurzen bisherigen Lebens der jungen Erfinderin, hat ihre Höhen und Tiefen erlebt und all diese unauslöschlich festgehalten.



Terrin Radom, Alter 9

Hallo Tagebuch. Ich wünschte du könntest mir helfen, Papa hat mich wieder in mein Zimmer gesperrt. Er war wieder sauer auf mich und hat mich und Silvie angeschrien und wieder böse Dinge gesagt. Das ist wirklich gemein, sie wusste doch gar nicht das ich Papas Uhr geklaut habe, sie hat ja noch gedacht ich schlafe und hat deswegen auf den anderen Mann aufgepasst. Jetzt sitzt sie wieder in ihren Zimmer und weint wegen ihm. Dabei hat er doch zu mir gesagt ich soll geben und die Hand gehoben, nicht zu ihr. Sie ist wirklich sehr empfindlich, aber ich habe trotzdem Mitleid mit ihr. Aber psst, weißt du was, Tagebuch? Weißt du noch wie ich dir letztens erzählt habe wieso genau Uhren Ticken? Ja? Seid heute weiß ich sogar wie man sie wieder tickend zusammen bauen kann. Sie Tickt jetzt sogar doppelt so schnell als vorher. Faszinieren, oder? Papa war leider nicht begeistert und hat sie sich beim Uhrmacher wieder langsam machen lassen. Eines Tages werde ich die beste und schnellste Uhr der Welt erfinden und dann wird er sich ärgern das er meine erste Schnelluhr wieder weggemacht hat.


Terrin Radom, Alter 14

Hallo Tagebuch. Ich weiß, ich schreibe dir zu selten, aber ich habe so viel zu lernen. Weißt du noch diese Leute von denen ich dir letztens erzählt habe? Die an diesen Motor für ihre Semesterarbeit arbeiten? Ich darf ihnen endlich zugucken. Du kannst dir kaum meine Reaktion vorstellen, als ich zum ersten mal sah wie ihre unzähligen Zahnräder ineinander griffen, einen Uhrwerk gleich, nur ungleich komplizierter. Ich glaub Andre hat 10 Minuten mit mir geredet, bis ich überhaupt gemerkt habe das er mehr gemacht hat als irgendwas zu summen. Er war danach ein wenig sauer oder so, aber die anderen haben nur gelacht, bis er nochmal von vorne angefangen hat mit erzählen. Es muss schwer sein der jüngste zu sein, vielleicht redet er deswegen so gerne mit mir. Ich hab schon wieder vergessen was er alles gesagt hat, irgendwas über Familie, seine Professoren und so, das einzige was ich noch weiß ist, das er mir so ein Buch empfohlen hat. Allerdings muss ich wieder warten bis Vater mir Taschengeld gibt, irgendwie verschwindet das immer so schnell. Man sollte meinen er könnte es sich leisten seiner einzigen Tochter mehr zu geben. Ich glaube noch einmal glaubt er mir nicht das es für die Schule ist. Er ist eh dauernd sauer wenn er Zuhause ist, irgendwas davon das ich mit meinen Leistungen und meiner Freizeitbeschäftigung nie eine gute Partie werde. Dabei habe ich es doch geschafft ihn in letzter Zeit nicht aufzuregen, nicht mal die Lehrer haben sich beschwert. Als ich ihm diesmal jedoch gesagt habe das es mir egal ist, hat er mir nur eine gehauen und gesagt ich sollte etwas dankbarer sein. Als ich ihm dann noch gesagt habe das ich mich doch mit Männern treffe hat ihn leider auch nicht gefallen. Ich glaube er wollte mich einfach nur mal wieder in mein Zimmer sperren. Ich verspreche das nächste mal wird das erste Mal, das ich dir nicht erzählen muss, das ich Hausarrest habe.


Terrin Radom, Alter 15

Hallo Tagebuch. 264 Tage, 54 Einträge und ich habe mein Versprechen noch immer nicht halten können. Dabei ist es nicht meine Schuld! Silvie ist eine verdammte Petze, ich glaube Vater hat sie nur noch dafür eingestellt mir zu folgen. Dabei habe ich inzwischen sogar getan was er gesagt hat und treffe mich mit Andre nur noch an öffentlichen Orten, damit ich mir seine Mitschriften abschreiben kann, aber er ist noch immer nicht zufrieden. Ich habe ein wenig ein schlechtes Gewissen das ich ihm noch nichts gesagt habe. Aber mein Vater ist mal wieder wütend geworden, dabei hat Andre nur gesagt ich hätte ein niedliches Hinterteil. Ich find das zwar ein wenig eklig so über Hintern zu reden, immerhin macht man damit doch nur sitzen und... Dinge, aber sonst hat das doch keiner gehört und Silvie hat mich früher auch schon mal niedlich genannt und da hat Vater sich nicht aufgeregt. Aber er weiß nicht das ich inzwischen weiß wie ich die Türscharniere ausbaue, damit kann ich nämlich den Türriegel dann austricksen. Sobald er morgen auf Arbeit ist, hau ich ab. Ich muss nur gucken das ich rechtzeitig wieder da bin. Auch wenn er meint das ich mich anscheinend bei meinen Freunden 'verunreinige', dabei hat er selbst schon viel schlimmere Wörter als Hintern benutzt, ich werde meine Wissenschaft nicht wegen solchen Dingen im Stich lassen.



Terrin Radom, Alter 17

Hallo Tagebuch. 3 Jahre, 3 lange Jahre, aber ich kann nun endlich stolz von mir behaupten das ich es endlich geschafft habe mein Versprechen einzuhalten. Also fast. Naja, am besten mal von vorne. Also wir, ein paar Leute von der Uni die Wissen das ich eigentlich nicht dazu gehöre und ich, haben eine kleine Feier veranstaltet um das erste angemeldete Patent von meiner Gruppe, weißt schon die mit Andre und so, zu feiern. Es gab Alkohol. Viel. Ich habe es auch einmal versucht und er war grausam. Also die ersten Gläser, wenn du verstehst was ich meine. *eine Skizze von ein paar Augen* Schau mich nicht so an, einmal alle 17 Jahre darf ich doch auch mal, immerhin war das eine große Sache. Außerdem habe ich gelernt das Tanzen doch ganz lustig sein kann, wenn man nicht diese langweiligen Walzermelodien hat. Es wird zwar nie so mein Fall sein, aber dieser Guhl und seine Menschenband, ich habe keine Ahnung mehr wie der hieß irgendwas mit Sun, waren echt mal was. Erzeuger hätte „Krach“ dazu gesagt, aber mich in den schnellen Rythmen und seiner Stimme zu bewegen war wie eine kleine Offenbarung. Ein paar Leute haben mir zwar Angeboten bei ihnen zu schlafen, aber ich wollte doch lieber in meinen eigenen Bett schlafen. Erzeuger war außer sich, das muss ich dir wohl nicht sagen. Er hat herumgebrüllt was für ein schlechtes Licht ich auf ihn werfe, endlich mich meinen Stand entsprechen verhalten soll, blablabla. Also das habe ich gesagt. Naja, das blaue Auge gibt mir zumindest etwas wildes. Also das war gestern. Ich weiß schon was du wissen willst, wir kennen uns ja schon ewig: „Terrin, wieso hast du kein Hausarrest danach?“ Tja, ich habe den Plan von letztens durchgeführt. Ich habe Erzeugers Sparschwein genommen, von meinen Leuten meine Sachen mitnehmen lassen, während er auf der Arbeit war, und hocke nun in unseren Arbeitsraum. Ich sitze auf ca 8 m² mit allen meinen Sachen und Büchern, aber ich habe mich nie so verdammt frei gefühlt. Ich habe das Gefühl ich kann zum ersten Mal richtig atmen. Gleich morgen schaue ich mich nach einer eigenen Sache um. Den Erzeuger sehe ich nie wieder, außer wenn er eines Tages um Verzeihung fleht und ich ihn den Mittelfinger zeige.
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Re: Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

Beitrag  Terrin Radom am Di Dez 23, 2014 2:31 pm

Terrin Radom, Alter 18 Jahre und 84 Tage

Hallo Tagebuch. Mein neues Leben ist einfach großartig. Ich weiß ich hab dir das schon öfters gesagt und sich endlich ohne Beobachtung mit anderen Leuten treffen ist schon ganz nett, aber das hier, das wird mein großer Durchbruch. Ich habe alles durchgerechnet (es folgt ein Haufen an Formeln) schau, alles stimmig. Das andere Zeugs von dem ich dir geschrieben habe, das wird den nutzen von Sprengstoff in der Welt verbessern, ihn gezielter, genauer und kontrollierter machen. Was soll ich sagen, die kleinen Feuerbälle, das 'BUMMM' und alles haben es mir einfach angetan und man soll doch an dem Arbeiten woran man Spaß hat, nicht wahr? Ich weiß zwar noch nicht wie ich das vermarkten soll, vor allem weil ich nicht wirklich die Erlaubnis habe mit solchen Dingen zu arbeiten, aber darüber mache ich mir später Gedanken. Zur Not nutze ich Vaters Namen um an einen Fabrikanten ran zu kommen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Aber auch ansonsten bekommt die Freiheit mir ganz gut, die Welt außerhalb des Reichenviertels ist um einiges interessanter als gedacht. Ich weiß jetzt auch was das mit dem Hintern bedeutet. Bin gestern extra zu Andre gefahren um ihn nachträglich eine zu scheuern. Sein Blick, ich wünschte es gäbe einen Apparat der Bilder für die Ewigkeit fest hält, aber dafür müsste man... mhm... ich meld mich später nochmal.


Terrin Radom, Alter 18 Jahre und 114 Tage

(Kein Eintrag seid dem letzten, aber die Rechnung vom Vormonat steht nir noch einmal, nur mit roten Stift korrigiert)
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Re: Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

Beitrag  Terrin Radom am Do Dez 25, 2014 12:37 am

Terrin Radom, Alter 18

Hallo Tagebuch. Ein paar Wochen sind vergangen, deswegen melde ich mich mal. Es wird wohl auch nicht viel zu berichten geben in Zukunft und ich bin inzwischen alt genug um dich einzumotten. Ich hab eh keine Lust mehr ständig zu schreiben, aber immer wenn ich dich wegwerfen wollte, kam es mir so vor als schmeiße ich meinen einzigen Freund weg. Ich dachte ich sag es dir einfach mal was so passiert ist: meinen linken Arm hat es erwischt. Er war nicht mehr zu retten und bei den ganzen Metallsplittern war es das beste und billigste, die Säge anzusetzen und die Reste abzusägen. Ich bin nun nichts weiter als eine Freakshow. Die einzigen Aufträge die ich bekomme sind aus Mitleid, oder weil sie sehen wollen wie das Krüppelmädchen ihren Schrott wieder hinbiegt. Wenn ich keine Ruhe haben will mache ich den Verband ab, dann haben die meisten genug Freakshow für einen Tag. Alles fällt zusammen hier. Meinen Träumen folgte mein Leben und bald bricht auch der Körper weg. Es ist wird einfach schmutziger hier, ich sehe es jeden Tag, aber ich kann einfach nichts dagegen tun. Immer wenn ich es irgendwie mit dem Besen geschafft habe durch den Raum zu kommen, lachen mich von der anderen Seite wieder die Staubmäuse aus. Irgendwann hab ich das Ding einfach weggeschmissen. Wären meine Schulden nicht, würde ich die Werkstatt nicht mehr betreten. Er darf nicht recht haben. Als sein Eintreiber kam brannte das Lächeln auf meinen Gesicht wie Säure, wie ein Parasit und ich hätte es mir am liebsten aus dem Gesicht gerissen. Nicht das er mich wieder aufnehmen würde, ich bin wertlos für ihn geworden, aber selbst wenn ich meinen letten Atemzug beim abarbeiten der Schulden verbringe, nie werde ich ihm die Genugtuung geben gewonnen zu haben!
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Re: Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

Beitrag  Terrin Radom am Do Dez 25, 2014 12:40 am

Terrin Radom, Alter 18

Hallo Tagebuch. Heute Nacht es wieder passiert, schlimmer als je zuvor. Ich muss es einfach jemanden erzählen und du hast mich als einziger noch nie verraten. Ich schlief, ein wenig unruhig nachdem ich mal wieder im Pub war. Das Bier ist schal, verwässert, aber es tut seinen Zweck. Als der Morgen graute, riss es mich aus dem Schlaf. Ein Schmerz, wie ich ihn bisher nur einmal erlebt habe. Er kam so plötzlich, so unerwartet, das mein Schmerzensschrei nur durch mein Kissen gebändigt werden konnte. Es dauerte enlos lange bis ich vor Schmerzen wieder genug bei Sinnen war um aufzustehen und ins Bad zu torkeln, in der Hoffnung mit Schmerzmitteln und Erster Hilfe etwas richten zu können. Fast beteubt vor Schmerz hatte ich die Spritze in der Hand und wollte sie mir verabreichen, als ich bemerkte wo der Schmerz her kam. Mein linker Arm fühlte sich an als hätte ihn gerade etwas in Fetzen gerissen, nur fehlte das Körperteil zu dem Schmerz. Es dauerte bis weit nach Mittag, bis ich aufhören konnte mit weinen. Die Schmerzmittel habe ich dann doch genommen, sie waren eine große Hilfe dabei sich wieder zu beruhigen. Abendessen fiel aus.
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Re: Kurze Notizen zu einem kurzen Leben

Beitrag  Terrin Radom am Do Dez 25, 2014 11:32 pm

Terrin Radom, Alter 18

Hallo Tagebuch. Ich habe mich verändert, also äußerlich. Grelle Farben tun mir fast körperlich weh, wenn sie meine Haut berühren. Meine Augen brennen, wenn ich im Spiegel sehe wie dieses allgegenwärtige Orange mir in diese beißt. Es ist mir egal wenn die Leute mich nun für ein laufendes Klischee halten, Schwarz ist die Farbe dir mich am wenigsten stört. Immerhin fressen sich langsam meine Schulden auf. Er hat in seiner Brust wohl einen primitiven vorfahren eines Herzen gefunden und die Zinsen verringert und da meine Essensausgaben auch geschrumpft sind, ist die Freakshow vielleicht vielleicht zumindest bald frei. Freakshow... was für eine Attraktion ich doch bin. Trüppel, Mädel und "Emo". Ja, ein paar Kinder haben sich gedacht mir noch eine weitere Bezeichnung zu geben. Aber hey, man sagt mir immer wieder ich soll etwas positives finden und das habe ich auch: Ich kann inzwischen ganz gut mit metallenen Gegenständen und Werkzeuge kleine Körper treffen. Leider sind kleine Arschlochkinder wie Ungeziefer,  beide schwirren ständig bei mir herum und ich werd sie nicht mehr los, so viel ich auch schleudere. Der Vater des Jungen mit der dicken Beule hat mich zwar angeschnautzt und gesagt er würde meine Werkstatt nie im Leben mehr aufsuchen, aber ich kenne ihn, er hat weniger als ich, was hätte ich ihn schon reparieren können das man nicht auch wegschmeißen könnte? Ich habe ihn das nicht ins Gesicht gesagt, was hätte das für einen Sinn gehabt? Wir sind beide hoffnungslose Gestalten, die nicht ihr Potenzial ausschöpfen können. Mir kam der Hochmut zuvor und ihm das Balg. Er wird seines wenigstens irgendwann los, ich hingegen... Naja.
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